Fledermausführung in Osnabrück

Finde den Flausch! Wie viele Fledermäuse können wir finden? Und was gibt es Spannendes über diese Tiere zu erfahren? Darum ging es im Museum Industriekultur Osnabrück (MIK).

 

Am 8.3.2025 hatten interessierte Menschen die Gelegenheit, mit Watt°N in den Hasestollen am MIK abzusteigen und sich auf die Suche nach Fledermäusen zu machen. Also Jacke angezogen, vom Museums-Guide eine bestimmte Taschenlampe ausgeliehen, die die kleinen Tiere nicht stört und dann bei 11 °C den Hasestollen entlang und dabei mit der Lampe in die kleinen Spalten geleuchtet. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Gelände Steinkohle abgebaut, der Hasestollen ist ein Relikt aus jener Zeit.

Der Stollen ist recht groß, wir können ganz normal laufen. Früher verliefen hier zwei Gleise, über die die abgebaute Steinkohle transportiert wurde. Ohne die elektrische Beleuchtung, die in regelmäßigen Abständen angebracht ist, wäre es stockdunkel. Wir schauen nicht auf nackte Felswände, denn fein säuberlich wurde der gesamte Stollen mit kleinen Steinen ausgekleidet. Wo sich zwischen den einzelnen Steinen Lücken befinden, da suchen wir mit unseren Taschenlampen ganz genau. Und sind vollauf begeistert, als wir die erste Fledermaus sehen. Sie hängt nicht von der Decke, sondern hat genau passend in einer Spalte "eingeparkt". Von dem Licht der verwendeten Taschenlampen lässt sie sich nicht stören. So kann sie weiter ihrem Winterschlaf nachgehen, in dem sie sich noch befindet. Mit ganzjährig mehr oder weniger stabilen 11 °C im Hasestollen ist es ein perfekter Überwinterungsort. Normalerweise dürfen die Winterquartiere vom Fledermäusen nicht besucht werden, da alle in Deutschland lebenden Fledermäuse nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt sind. Der Hasestollen jedoch bildet eine Ausnahme.

Nach einiger Zeit gehen wir weiter - ob wir noch mehr von den kleinen Säugetieren finden? Ja! Und nicht nur einmal. Jedes Mal sind wir fasziniert. Und verzaubert von der Art und Weise, wie wir die Tiere vorfinden: Manchmal zeigt sich ein Gesicht, manchmal lucken zwischen den Steinen die Enden der Flügel heraus und manchmal sehen wir nur ein braunes, flauschig anmutendes Fellknäuel. Manchmal scheinen sie auf dem Rücken zu "liegen" und wir sehen ihren hellen Bauch, und manchmal scheinen sie sich auf den Bauch "gelegt" zu haben, dann sehen wir ihren braunen Rücken.

Wie wir von unserem Guide erfahren, sind 16 der 20 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten für den Hasestollen nachgewiesen. Die häufigste im Hasestollen vorkommende ist die Bechsteinfledermaus. Alle 16 Arten sind Insektenfresser, in einer Nacht können pro Tier bis zu 4000 Zuckmücken verzehrt werden!

 

Nachdem wir an die 20 Fledermäuse im Hasestollen entdeckt haben geht es in die Ausstellung des MIK. Hier erfahren wir, welche verschiedenen Gefahren Fledermäuse ausgesetzt sind, sehen einen Vergleich der Arm- und der Handknochen von Mensch, Vogel und Fledermaus und lernen u.a., dass Fledermäuse nur ein Junges pro Saison aufziehen.

 

Auf unserem Weg zum Pausenraum gibt es weiteres Spannendes zu entdecken - diesmal über die Industrielle Revolution in Osnabrück und zum Abbau der dafür benötigten Steinkohle.

 

Nach der Stärkung geht es auf den Piesberg, der sich hinter dem Museum befindet. Bereits im Mittelalter begannen die Menschen ihn bergbaulich zu nutzen. Er lieferte Steinkohle und Schotter, beides nützlich für die Eisenbahn - zum Betreiben der Dampflok und für das Schienenbett.

 

Oben auf der heutigen Spitze angekommen, genießen wir den Ausblick. Und schauen auf den alten und direkt daneben auf den noch heute aktiven Steinbruch zur Förderung von Schotter. Dort ist am Tag unseres Besuches, einem Samstag, Ruhetag. Wo im ehemaligen Steinbruch einst die letzten Sprengungen stattfanden, entstanden steile Wände, die sich terrassenförmig aneinanderreihen. Dazwischen haben sich einzelne Birken angesiedelt.

Auf zum Piesberg!
Auf zum Piesberg!
Links der aktive und rechts der ehemalige Steinbruch
Links der aktive und rechts der ehemalige Steinbruch

Das Wetter ist uns wohlgesonnen und bei Sonnenschein und milden Temperaturen machen wir uns schließlich wieder auf den Rückweg und nehmen viele tolle Eindrücke und neu gelerntes mit nach Hause.

 

Wir danken allen, die sich mit uns auf die Suche nach den flauschigen Tieren gemacht haben, sowie dem Museum Industriekultur Osnabrück für einen tollen Tag!

 


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